14.07.2026

Schwarzenberger Altstadtthaler

Schwarzenberg ist eine beschauliche Kleinstadt im westlichen Erzgebirge mit imposanten,

namensgebenden Felsformationen, auf deren Sporn das alte Schloß, die eindrucksvolle Kirche und die

ehemaligen Amtsgebäude in „heiliger Dreifaltigkeit“ die engen Gassen und Bürgerhäuser überragen. Die

alte Burg aus der Zeit der Ottonen mit einem mächtigen Zwingturm - später zum Jagdschloß umgebaut -

war lange Zeit Sitz der regionalen Gerichtsbarkeit. Später residierte in den nahen Verwaltungsgebäuden ein

sächsischer Amtshauptmann, vergleichbar mit einem heutigen Landrat.

Nach dem 30-jährigen Krieg sind die großen Konflikte der Geschichte weitestgehend an der Stadt und dem

Umland vorübergegangen, und nur einige große Feuersbrünste - zuletzt 1824 - haben das Ortsbild

nachhaltig verändert.

Die Provinzialität des erzgebirgischen Landkreises Schwarzenberg ging soweit, daß zum Ende des zweiten

Weltkrieges sowohl die Russen als auch die Amerikaner über 6 Wochen lang jegliches Interesse an einer

Besetzung des Territoriums vermissen ließen. Die Geschichte einer „Unbesetzten Zone“ und später die Idee

der „Freien Republik Schwarzenberg“ waren geboren.

Über Jahrhunderte hat der Bergbau das Erzgebirge und die Region um Schwarzenberg geprägt. War es

anfangs vor allen Dingen das Silber, welches in unzähligen Schächten mühselig gefördert wurde und

maßgeblich zum Glanz des alten Sachsens beitrug, war es nach dem zweiten Weltkrieg die Uran-

Pechblende, mit welcher die Russen (nach entsprechender Aufbereitung und Anreicherung) ihre ersten

Atomwaffen erfolgreich bestückt haben.

Um 2020 sind Schwarzenberg und der gesamte Erzgebirgskreis vor allen Dingen dadurch geprägt, daß das

Pro-Kopf-Einkommen der Einwohner zu den Niedrigsten in ganz Deutschland gehört. Die mittelständisch

geprägte Industrie leidet unter unsinnigen staatlichen Restriktionen, Überregulierung durch EU, Bund und

Land, knappen Kassen, demografischen Problemen und einer jahrzehntelangen, verfilzten CDU-Dominanz.

Wie fast überall in Deutschland sterben die Innenstädte ganz langsam vor sich hin, und immer mehr

Händler und Gewerbetreibende stellen sich die Frage, ob sich das Engagement für das Gemeinwesen noch

rechnet.

Die Lösungskompetenz der Lokalpolitik beschränkt sich dabei regelmäßig auf den Einsatz teurer externer

Berater zur Stadtentwicklung, woraus dann immer mal wieder neue Konzepte zum Parken resultieren, deren

innere Logik nur von wenigen Eingeweihten durchschaut werden kann.

Ansässig seit 2008 ist in Schwarzenberg eine kleine Firma, die sich seit 2017 auf die Fabrikation von

Münzen und Medaillen aus Silber sowie den zugehörigen Prägestempeln spezialisiert hat. Es handelt sich

dabei quasi um eine Münzfabrik im Labormaßstab, die in klassischer Weise und überwiegend in Handarbeit

individuelle Münzen und Erinnerungsmedaillen produziert.

Auftragsarbeiten für regionale Firmen und Institutionen bilden die Geschäftsgrundlage, wobei es schon

immer ein Anliegen für den Inhaber gewesen ist, für den freien Markt auch zeitkritische, durchaus

provokante und politisch nicht korrekte Motive zu gestalten.

Bei der Suche nach Ideen stößt man als Münz- und Medaillenfabrikant fast zwangsläufig auf das Thema der

Einkaufsgutscheine. Diverse Geschäfte bieten ihren Kunden eigene Wertgutscheine an, die ggf. verschenkt

werden können. Auf Grundlage dieser „Wertpapiere“ kann der Beschenkte sich dann im Ladengeschäft des

Emittenten eine Ware nach eigenem Gusto aussuchen.

Da war die Idee naheliegend, daß ein Einkaufsgutschein eben nicht nur in einem einzigen Geschäft

eingelöste werden kann, sondern er vielmehr unbegrenzt in ganz unterschiedlichen Läden oder sogar

Restaurants eingelöst werden kann, ganz unabhängig davon, wo der Gutschein ursprünglich erworben

wurde.

Ein solches Konzept ist an verschiedene Voraussetzungen geknüpft:

1.) Es braucht ein Medium, eine innere Substanz, die den Gutschein sowohl fälschungssicher und

gleichzeitig werthaltig macht.

2.) Es braucht das Vertrauen der teilnehmenden Geschäfte, daß der Gutschein am Ende wieder in gültige

Landeswährung umgetauscht werden kann.

3.) Es braucht den Segen des Finanzamtes, damit nicht am Ende eine Steuerprüfung zu Beanstandungen in

der Umsatzsteuer führt.

4.) Der „Gutschein“ sollte eine regional verwurzelte Botschaft transportieren, die beim Kunden zusätzlich

eine emotionale Bindung hervorruft.

Nach einer Reihe von Gesprächen mit lokalen Geschäftsinhabern hat sich aus der anfänglichen Idee ein

tragfähiges Konzept entwickelt, daß einerseits die lokalen Wirtschaftskreisläufe befördert und andererseits

auch für die ausführende Münzfabrik einen wirtschaftlichen Anreiz gebracht hat.

Konkret wurde der Schwarzenberger Altstadtthaler in 2017, quasi als lokal gültiger Einkaufsgutschein auf

Silberbasis nach Abstimmung mit und Billigung durch das Finanzamt zur Stärkung regionaler

Wirtschaftskreisläufe ins Leben gerufen.

Dabei wurde eine halbe Unze Feinsilber .999 zu einer Münze geprägt mit dem bekannten Motiv „Kirche und

Schloß Schwarzenberg“ auf der Vorderseite, und das Revers wurde mit dem Wappen des ehemaligen

Schwarzenberger Gesellenvereins von 1883 „Arbeit und Fleiss, ziert Jüngling und Greis!“ versehen.

Mit einem reinen Silberwert von damals ca. 10 EUR und den beiden exklusiven Prägemotiven entstand eine

genormte Münze, ein glaubwürdiges Schuldversprechen mit starkem regionalen und historischen Bezug,

maximaler Fälschungssicherheit und Schönheit, die von der Münzfabrik zum Preis von 28 EUR brutto an

beliebige Kunden veräußert wurde.

Verbunden war jeder Schwarzenberger Altstadtthaler mit einer Rücknahmegarantie in Höhe von 25 EUR

brutto von jedem vorsteuerabzugsberechtigten Geschäft, Restaurant, Unternehmen der Region oder ggf.

von 21,01 EUR netto von einem Privatmann.

Das sichere Versprechen auf Einlösung aller silbernen Schwarzenberger Altstadtthaler war die

entscheidende Motivation für die teilnehmenden Gewerbetreibenden, um von beliebigen Kunden den

Silberling als universell gültigen Einkaufsgutschein im Wert von 25 EUR zu akzeptieren.

Der private Erwerber eines solchen Thalers hat praktisch 28 EUR für einen silbernen Einkaufsgutschein in

Höhe von 25 EUR ausgegeben. Dieser Gutschein eignete sich trotz des kleinen Aufschlags hervorragend

als Geschenk, und der Beschenkte konnte selbst frei entscheiden, ob er den silbernen Schwarzenberger

Altstadtthaler als Erinnerung behält oder in einem Geschäft seiner Wahl gegen Waren einlöst.

Am Ende hat auch die Münzfabrik mit dem Verkauf der Silberlinge Geld verdient. Neben der Spanne von 3

EUR/Thaler und dem möglichen mehrfachen Kreislauf der Thaler blieb zusätzlich die Möglichkeit, daß die

Medaille als Erinnerungsstück in der privaten Schatzkiste der Käufer oder Beschenkten seinen endgültigen

Platz gefunden hat.

Da die teilnehmenden Geschäfte im praktischen Erleben schnell begriffen haben, daß die Schwarzenberger

Altstadtthaler regelmäßig bei der Münzfabrik verläßlich gegen 25 EUR eingelöst werden konnten,

entwickelte sich die Akzeptanz dieser Einkaufsgutscheine auf Silberbasis stetig.

Selbst Läden und Restaurants aus Nachbarorten wollten von möglichen Umsätzen profitieren, erst recht

dann, als regionale Unternehmen individualisierte Altstadtthaler (mit Firmenlogo auf der Rückseite) als Boni

an Mitarbeiter ausgegeben haben. Welchen Handel die Menschen ggf. untereinander mit den Silberlingen

getätigt haben, bleibt in der Anonymität verborgen.

Am Ende begeht der Inhaber der Münzfabrik einen bedauerlichen Fehler, der ihm die Freude an seinem

Konzept gründlich verderben wird.

Bis 2019 war er als Kreisrat auch kommunalpolitisch aktiv.

Aus persönlicher Überzeugung heraus darf jegliches politische Mandat nicht mit einer Entlohnung

verbunden sein. Gewählter Abgeordneter sollte man nur ehrenamtlich sein, ganz egal auf welcher Ebene in

Land, Bund oder EU!

Unter diesem selbst gewählten Anspruch wurden regelmäßig alle Sitzungsgelder und Aufwandspauschalen

an Alleinerziehende oder Familien mit Kindern im Erzgebirge gespendet.

Da bot es sich an, diese Gelder nicht in Form von schnöden Euros sondern in Form silberner

Schwarzenberger Altstadtthaler an die Spendenempfänger zu geben.

Eine Geschäftsinhaberin aus Schwarzenberg hat sich schließlich angeboten, an Stelle der unnahbaren

Münzfabrik, die Spenden-Thaler an alleinerziehende erzgebirgische Mütter mit Kindern zu verteilen.

Die Eitelkeit war es - ganz nach dem Motto: „Tue Gutes und sprich darüber!“ - die den Münzfabrikanten und

Kreisrat dazu veranlaßte, seine Spenden öffentlich zu machen. Dazu wand er sich an die Lokalredaktion der

Freien Presse und bat um positive Berichterstattung in Form eines Artikels.

Zur selben Zeit hatte ein wertgeschätzter Kunde einige Medaillen mit seinem Wunschmotiv; dem Eisernen

Kreuz beauftragt. Die Bestellung wurde vertragsgemäß ausgeführt und öffentlich erwähnt. Immerhin ist das

Eiserne Kreuz ein beliebtes Symbol der deutschen Geschichte, welches 1813 im Zuge der Befreiungskriege

gegen die napoleonische Fremdherrschaft vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. gestiftet wurde.

Noch heute ist das Eiserne Kreuz ein identitätsstiftendes Logo der Bundeswehr, ziert fast alle

Militärfahrzeuge und sogar die Regierungsflieger der deutschen Luftwaffe.

Man muß sich dieser alten Tradition tatsächlich nicht schämen!

Man muß sich auch nicht gegenüber links-grünen „Fachkräften“ rechtfertigen!

Leider sah das die o.g. Geschäftsinhaberin anders und wollte keinesfalls mit der „alten Symbolik“ in

Verbindung gebracht werden. Also distanzierte sie sich im Interview mit der „Freien Presse“ ganz

entschieden von diesem - in ihren Augen - unverzeihlichen Vorfall.

(Nur ganz am Rande: Trotz aller politisch korrekten Distanzierung… auf das Geld aus dem Rücklauf der

Schwarzenberger Altstadtthaler wollte die Dame partout nicht verzichten.)

Doch für die Redakteure des Qualitätsmediums „Freien Presse“ war es ein gefundenes Fressen.

Der daraus entstandene Schmähartikel trug die poetische Überschrift: „Eisernes Kreuz zerschlägt

Marketingkonzept“

Erwartungsgemäß hatten die Schreiberlinge bei der „Freien Presse“ kein Foto vom neuen Motiv mit dem

Eisernen Kreuz zur Hand. Also wurde der Schmähartikel ganz einfach mit einem Foto des Schwarzenberger

Altstadtthalers verknüpft, während gleichzeitig der ursprüngliche Anlaß des Artikels; Kreisrat spendet

Sitzungsgelder in Form von silbernen Schwarzenberger Altstadtthalern an alleinerziehende Mütter im

Erzgebirge mit keinem einzigen Wort Erwähnung fand.

Aus der guten Tat, der Spende von silbernen Einkaufsgutscheinen an erzgebirgische Mütter mit Kindern

wurde durch einen parteiischen Journalismus am Ende ein unqualifizierter, geschäftsschädigender

Schmähartikel, der naturgemäß für Verunsicherung unter den teilnehmenden Gewerbetreibenden führte.

Es ist völlig irrelevant, ob man sich gegen solche Schmutzkampagnen zur Wehr setzt, ob man an die

Chefredaktion schreibt oder nicht. Wenn man mit Schmutz beworfen wird, bleibt immer etwas davon

kleben. Man kann es ignorieren, man kann daraus seine Lehren ziehen, man kann es sportlich nehmen und

auf einen negativen Werbeeffekt hoffen, es bleibt immer ein schlechtes, schales Gefühl zurück, daß

irgendwelche Schreiberlinge auf Kosten einer guten Sache ihr schmutziges Geld damit verdienen.

Die Idee vom Schwarzenberger Altstadtthaler hat unter dem Schmähartikel der „Freien Presse“ gelitten,

doch der kommerzielle Antrieb der Menschen war schließlich stärker und hat sich behauptet. Es gab neue

rückseitige Motive, es gab die Version der „Halben Schwarzenberger Altstadtthaler“ und in 2020, beginnend

mit dem Corona-Irrsinn erwuchs das ergänzende Projekt „Schwarzenberger Hoffnungsthaler“, ausgelöst

durch einen örtlichen Bestattungsunternehmer, der es nicht hinnehmen wollte, daß die Bürger den lokalen

Handel meiden und ihr Geld nur noch im Online-Handel an den Mann bringen.

Die Idee war einfach, genial und teuer.

Im Rahmen einer privaten Initiative wurden wohltätige Zuwendungen von regionalen Unternehmen,

Privatpersonen, dem Wirtschafts- und Gewerbeverein sowie der Stadt Schwarzenberg zur

Subventionierung der silbernen Einkaufsgutscheine verwendet.

Der Hoffnungsthaler sollte eine besondere Wertigkeit haben, der Tradition des Erzgebirges verpflichtet sein,

eine hohe emotionale Wirkung entfalten und den lokalen Gemeinsinn stärken - nach dem Motto: „Thaler,

Thaler du mußt wandern, von der einen Hand zur ander’n“ bitten wir die Bürger: „Geben Sie die Thaler aus,

um den innerstädtischen Handel in unserer schönen, lebenswerten Stadt zu befördern!“

Dem Projekt war ein eindrucksvoller Erfolg beschieden, bis der Irrsinn der Politik in Form willkürlicher

Lockdowns und Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen eine faire Abwicklung der Hoffnungsthaler

beendet hat.

Beispiel: Ein lokaler Restaurantbesitzer beteiligt sich mit seiner Zuwendung an dem Gutschein-Prinzip, muß

dann aber im Lockdown schließen und bekommt somit keinen Rücklauf seines eingesetzten Geldes.

Die Lokalpolitik geht in ihrer Willkür unter dem neuen Schwarzenberger Oberbürgermeisters so weit, daß

dieser gegenüber Dritten erklärt: „Die Stadt Schwarzenberg macht generell keine Geschäfte mit dem Herrn

Teubner und seiner Firma.“

Da hilft dann auch keine Dienstaufsichtsbeschwerde, denn eine CDU-Krähe kratzt der anderen CDU-Krähe

kein Auge aus.

Es ist wie so oft, daß gute und erfolgreiche Ideen von einer eifersüchtigen politisch-medialen

Beutegemeinschaft, die darin keinen eigenen Vorteil erzielen kann, behindert und zertreten werden.

Doch unabhängig davon müssen auch alte Versprechen immer erfüllt werden. Sollte also jemand noch

einen silbernen Schwarzenberger Altstadtthaler in seiner Kommode finden, die Sternkopf GmbH kauft ihn

gern zu den damaligen Konditionen zurück.

14.07.2026

Freie Republik Schwarzenberg

Am 08.05.1945 telefoniert Landrat Dr. Hänichen mit seiner vorgesetzten Stelle, der Sächsischen

Staatskanzlei, vertreten durch Regierungsrat Schramm. Dr. Hänichen ersucht dringend um Anweisungen für

das weitere Handeln im Landkreis Schwarzenberg.

Zu diesem Zeitpunkt ist der - von Kriegshandlungen weitestgehend verschont gebliebene - Landkreis

Schwarzenberg im westlichen Erzgebirge unbesetzt, und das Deutsche Reich steht unmittelbar vor

Inkrafttreten der Kapitulation. Unser vergleichsweise dicht besiedeltes Gebiet ist zusätzlich angefüllt mit

Flüchtlingen, Fremdarbeitern und einer Vielzahl von Wehrmachtseinheiten, die hier, wohl für eine geplante

letzte Verteidigungsstellung auf dem Erzgebirgskamm (Reseda-Stellung) zusammengezogen waren.

Wie fällt die Antwort der externen Obrigkeit nun aus?

Regierungsrat Schramm antwortet an Landrat Dr. Hänichen: "Handeln Sie selbständig!“

Diese schlichte Antwort des untergehenden Reiches ist wesentlich in der weiteren Betrachtung, gibt damit

die noch herrschende externe Obrigkeit doch einerseits die Befehlsgewalt und andererseits auch die

Verantwortung für den Landkreis und seine Bevölkerung auf.

Nun mag die Flucht aus der Verantwortung für Mitglieder der Obrigkeit in Zeiten der Gefahr, angesichts

näher kommender, überlegener Kriegsgegner in der Geschichte nicht gerade selten vorkommen. Das

Außergewöhnliche im Landkreis Schwarzenberg zeigt sich erst in den nächsten Tagen:

Rückblickend haben sich bereits am 05.05.1945 in Torgau der amerikanische General Bradley und der

sowjetrussische Marschall Konjew hinsichtlich einer Demarkationslinie entlang des 13. Längengrades für

die anstehenden militärischen Operationen abgestimmt.

Die Russen bleiben vereinbarungsgemäß im östlich gelegenen Landkreis Annaberg stehen und richten ihre

Aufmerksamkeit über den Erzgebirgskamm in Richtung Prag. Die Verbindungsstraßen zwischen den Kreisen

Annaberg und Schwarzenberg werden am 08.05.1945 von der Roten Armee gesperrt.

Vereinzelte amerikanische Aufklärungseinheiten erreichen ebenfalls am 08. Mai den Landkreis

Schwarzenberg, ohne daß sie ein geregeltes Besatzungsregime eingerichtet hätten. Nach dem Einsammeln

von einigen Waffen und Beutestücken verlassen sie den Landkreis bereits am 11./12.05.1945 vollständig.

Es bleibt ein ungelöstes Rätsel, was die Amerikaner dazu bewogen hat, den Landkreis Schwarzenberg sich

selbst zu überlassen.

Entscheidend ist, daß sie damit ihre faktische Herrschaft über den Landkreis Schwarzenberg als externe

Besatzungsmacht aufgeben. Sie geben damit nicht nur die Macht sondern auch die Verantwortung für die

vielen notleidenden Menschen in der unbesetzten Zone auf.

Auch das dringende Ersuchen von Landrat Dr. Hänichen an die amerikanische Militärverwaltung vom

25.05.1945 um Besetzung des Gebietes bleibt unerfüllt.

D.h.: Alle in Frage kommenden externen Mächte entsagen aus unterschiedlichen Gründen ihrem

Herrschaftsanspruch und überlassen den Landkreis sich selbst.

In mehreren Städten und Gemeinden übernehmen ab dem 09.05.1945 antifaschistische Aktionsausschüsse

die Macht und organisieren aus eigener Kraft das elementare Überleben.

Landrat Dr. Hänichen bleibt im Amt unangetastet. Er sorgt für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung,

legitimiert Land- und Stadtwacht, Gendamerie bzw. Ordnungspolizei, gibt den lokalen Bürgermeistern

Anweisungen und koordiniert die Kreisverwaltung.

Eine "Freie Republik Schwarzenberg" - ohne daß dieser Begriff zur damaligen Zeit belegbar wäre - hat es

faktisch allein dadurch gegeben, daß für ca. 6 Wochen ein territorial eindeutig definiertes Gebiet frei von

jeglicher externer Verantwortung, Herrschaft und Obrigkeit war. Die Bürger mußten in Zeiten großer Not

ohne Hilfe und Anleitung von außen eine funktionierende Selbstverwaltung errichten, und ein Gemeinwesen

ganz ohne Fremdbestimmung erhalten.

Dieses kleine Staatsgebilde ohne fremde Herrschaft ist trotz Hunger und Not eben nicht in Anarchie

verfallen.

Die "Freie Republik Schwarzenberg" steht somit als ein Muster, als das Ideal eines Kleinstaates, der unter

den härtesten Bedingungen überlebensfähig war. Um wieviel praktikabler und erfolgreicher müßte daher

eine "Freie Republik" unter Friedensbedingungen möglich sein?

Selbstverwaltet, frei von externer Unterdrückung durch Land, Bund, EU, etwa nach dem Vorbild von San

Marino könnte auch der ehemalige Landkreis Schwarzenberg zu ungeahnter Blüte gelangen.

Daß die Geschichte und Vision von einer "Freien Republik Schwarzenberg" lebendig bleibt, ist in

herausgehobener Weise dem Schwarzenberger Künstler Jörg Beier zu verdanken, der seit ca. 1990 bis zu

seinem Tod im Jahr 2021 das Projekt mit großer Leidenschaft befördert hat.

Im Jahr 3 Corona hört man nur noch wenig von solchen historischen Absonderlichkeiten.

Die heutige Obrigkeit tut alles, um die Erinnerung an ein freies, selbtsverwaltetes Territorium unter der

Decke zu halten.

Dabei wäre eine neue Form der deutschen Kleinstaaterei auf Basis von Recht und Gesetz die Antwort auf

fast alle drängenden Fragen unserer Zeit:

•Keine unsinnigen, widersprüchlichen Regeln für völlig unterschiedliche Regionen und Mentalitäten

•Keine Verschuldungsorgien für überbordende Sozialsysteme und eine Beutegemeinschaft von Parteien,

Medien und NGO`s

•Keine Zensur

•Keine wirtschaftliche Unvernunft

•Keine Sorge unserer Nachbarn vor einem mächtigen, übergriffigen deutschen Nationalstaat

•Keine Chance für Genderwahn und Kulturrevolution

•Kein Magnet für Massenzuwanderung

•Keine wuchernde, den Verstand verhöhnende Bürokratie

Weil: Es fehlen in einem Kleinstaat einfach die Mittel, die Steuereinnahmen für alle Projekte, welche über die

Grundfunktionen eines Staates hinausgehen.

14.07.2026

Jonathan Simon Sternkopf

Der Verfasser war noch Kind, als sich um 1975 in der alten Sternkopf-Schneidmühle in Pöhla, OT Siegelhof

ein einprägsamer Moment ereignete:

Irgendwer aus der Familie hatte gegenüber meiner Großmutter Ruth Specht, geb. Sternkopf aus einem mir

nicht mehr erinnerlichen Zusammenhang heraus, das 3. Reich positiv erwähnt.

Meine Großmutter reagierte ausgesprochen emotional, so daß sich dieser Moment fest in mein Gedächtnis

eingeprägt hat: „Der Hitler, dieser Verbrecher, Du weißt wohl nicht mehr, wie damals 1942 die Rittersgrüner

Sternkopf-Familie in einem Elendszug aus dem Dorf getrieben wurde!“

Verstanden hatte ich diesen Gefühlsausbruch damals nicht, und in späteren Jahren habe ich es versäumt,

meine Großmutter danach zu fragen. Erst in 2016 begann ich mit einer professionellen Ahnenforschung auf

Basis von Kirchenbüchern und stieß dabei auf die Spuren von Jonathan Simon Sternkopf, geb. am

22.09.1881, einem weit entfernten Verwandten, der deutliche Spuren in der Geschichte hinterlassen hat.

Wer war dieser charaktervolle, anständige Mann, in dessen Worten von einst ich mich heute so oft wieder

zu erkennen glaube?

Jonathan Simon Sternkopf, geb. am 22.09.1881 war Mitbesitzer der Sternkopf-Schneidmühle in

Rittersgrün, einer OHG, gemeinsam mit seinem Bruder Georg Sternkopf.

•Jonathan war gleichzeitig Unternehmer, Erfinder, Ortschronist und naturwissenschaftlich sehr versiert.

•Im Laufe seines Lebens meldet er eine Reihe von Patenten an.

•Er studierte nach 1900 Versicherungsmathematik in Dresden und Versicherungswesen in Frankfurt am

Main (Diplom als Versicherungsverständiger mit Auszeichnung).

•Jonathan war politisch schon frühzeitig aktiv und bezeichnete sich selbst als „rechts und konservativ“.

•1907 - 1916 Mitglied im konservativen Verein und Konservativer Partei im Königreich Sachsen

•um 1910 wurde Jonathan Mitglied im „Reichsverband gegen die Sozialdemokratie“

•Im 1. Weltkrieg kämpfte er im kaiserlichen Heer auf dem Balkan und übernimmt anschließend das

väterlichen Sägewerk.

•1920 zur Zeit des Kapp-Putsches von marodierenden Roten angegriffen (Sternkopf-Brüder sollten in

Schwarzenberg erschossen werden.)

•1922 Mitglied Arbeitgebervereinigung

•1926 Zugehörigkeit zur Stahlhelm-Ortsgruppe Rittersgrün

•ab 1919 - 1933 Mitglied in der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)

•ab 1933 beginnende Opposition gegen NSDAP weil er an der Neutralität und Fairness der zuletzt

stattgefundenen Wahlen zweifelte.

•um 1935 entdeckt er auf seinen Grundstücken mehrere 1000 to Eisenschlacke aus früheren Jahrhunderten

und sucht nach Verwertungsmöglichkeiten.

•1937/1938 erstes Verfahren wegen Vergehen gegen das „Heimtückegesetz“

•Begründung: Verweigerung des „deutschen Grußes“ und die aufrechterhaltene Freundschaft zu einem

jüdischen Kaufmann

•11.01.1939 sondergerichtliche Verurteilung zu 10 Monaten Gefängnis wegen Verurteilung des Einmarsches

in Österreich, basierend auf Denunziation. Die Urteilsbegründung erscheint aus heutiger Sicht völlig nichtig,

aber er wurde als Gefahr für den Nationalsozialismus identifiziert und diszipliniert. Er äußerte im Brief an

einen jüdischen Kaufmann in Frankfurt am Main: „Kurt Schuschnigg (damals Bundeskanzler von Österreich

und Gegner des Anschlusses an das Deutsche Reich) ist ein Ehrenmann.“

Dazu ein kurzer Blick in des „Heimtückegesetz“ vom 20.12.1934, § 2: (1) Wer öffentlich gehässige,

hetzerische oder von niedriger Gesinnung zeugende Äußerungen über leitende Persönlichkeiten des

Staates oder der NSDAP., über ihre Anordnungen oder die von ihnen geschaffenen Einrichtungen macht,

die geeignet sind, das Vertrauen des Volkes zur politischen Führung zu untergraben, wird mit Gefängnis

bestraft. (2) Den öffentlichen Äußerungen stehen nichtöffentliche böswillige Äußerungen gleich, wenn der

Täter damit rechnet oder damit rechnen muß, daß die Äußerung in die Öffentlichkeit dringen werde. (3) Die

Tat wird nur auf Anordnung des Reichsministers der Justiz verfolgt; richtet sich die Tat gegen eine leitende

Persönlichkeit der NSDAP., so trifft der Reichsminister der Justiz die Anordnung im Einvernehmen mit dem

Stellvertreter des Führers. (4) Der Reichsminister der Justiz bestimmt im Einvernehmen mit dem

Stellvertreter des Führers den Kreis der leitenden Persönlichkeiten im Sinne des Absatzes 1.

(Man vergleiche dies bitte mit der heutigen „Verfassungsschutzrelevanten Delegitimierung des Staates“!)

Im Sächsischen Staatsarchiv, 30049 Amtshauptmannschaft Schwarzenberg gibt es bereits seit 1933

Anzeigen und Ermittlungen bei der Sicherheitspolizei u.a. gegen den Fabrikbesitzer Jonathan Sternkopf

wegen „feindlicher Einstellung gegenüber der Regierung“

In Folge: Aberkennung des Rechts zur Betriebsführung.- Fall Jonathan Sternkopf, Rittersgrün (Erzgebirge),

1942. Provenienz: Reichsjustizministerium (RJM), 1877-1945.

- bis 1942 4 x verhaftet und in 8 verschiedenen Gefängnissen, darunter Plauen und Freiberg

- 1942 von Gestapo verhaftet, unter der Auflage freigelassen, seine Heimat nicht mehr zu betreten, verliert

alle Geschäftsanteile am Unternehmen

- 1942 Umzug nach Lichtenstein (Elendszug durch Pöhla aus Erzählung meiner Großmutter)

- 1946 zunächst Denunziation durch die Kommunisten, dann aber Entlastung durch SMAD.

- 1946 Versöhnung mit Bruder Georg

- 1946 Jonathan übernimmt wieder die Betriebsleitung

- 1946 Jonathan wird auf kuriose Weise durch die eigene Belegschaft abgesetzt und praktisch enteignet.

- 5. März 1949 wird die erneute Enteignung durch die Staatsregierung in Dresden unwiderruflich bestätigt

(volkseigener Betrieb).

- „Sägewerk Sternkopf“ kommt zu VEB Holzindustrie Marienberg

Hier schließt sich der Kreis um den eingangs von meiner Großmutter erwähnten Elendszug durch das Dorf.

Tatsächlich wurde Jonathan mit seiner unmittelbaren Familie 1942 aus der angestammten Heimat vertrieben

und enteignet. Nach Kriegsende quasi von der russischen Besatzungsmacht rehabilitiert und als Verfolgter

des Nationalsozialismus anerkannt, wurde er dann in der jungen DDR erneut und endgültig enteignet. Es

zeigt sich die Tragik im Leben von Jonathan, daß er als freier Geist ganz unabhängig von der Couleur des

politischen Regimes immer wieder geächtet und enteignet wird.

Daß Jonathan sein Leben lang eine rechte, nationalkonservative und ehrenhafte Grundhaltung standhaft

vertreten hat, brachte ihn ab 1933 in Konflikt mit den neuen nationalsozialistischen Machthabern. Er war in

schwerster Zeit, trotz vielfacher Disziplinierungsversuche durch den Staat und Denunziantentum im eigenen

Umfeld eben kein Mitläufer und Untertan.

Als Unternehmer und Erfinder mit einer vorzüglichen bürgerlichen Bildung hat er frühzeitig erkannt, daß alle

sozialistischen Gesellschaftsmodelle in die Unfreiheit führen.

Jonathan soll hier mit einigen Textauszügen zu Wort kommen:

13. November 1933:

„Vor dem Krieg gehörte ich als einziger Rittersgrüner zum Reichsverband gegen Sozial-Demokratie, der

kräftig arbeitete gegen Klassenhass und Kollektivismus.

Sofort nach dem 1918er Umsturz übernahm ich die Förderung der deutschnationalen Interessen im

hiesigen Ort und war Einberufener und Leiter der ersten deutschnationalen Versammlung in Rittersgrün im

Winter 1918/19.

Damals gehörte mehr Mut dazu, eine deutschnationale Versammlung zu leiten, als in den letzten Jahren

eine Kundgebung, bei der von vornherein die Debatte ausgeschlossen wurde.“

„1920, am Kapptag, hielt ich mit meinem Bruder einigen 100 bewaffneten Leuten gegenüber an meiner

Überzeugung fest, und wurde, weil ich dem Kommando der Masse nicht folgte, aus meiner Wohnung

herunter zu laufen, auf dem Stuhl herunter getragen.

In Schwarzenberg, wo wir erschossen werden sollten, winselten wir nicht, und es schützte uns auch

keinerlei Wehrverband etc., ebensowenig, als 1922/23 die aufgeheizte Masse zur Vieh-Beschlagnahme und

zum Lohn-Terror übergehen wollte…. und bei der Hoch-Konjunktur der roten Flut haben wir in Rittersgrün

durch Volksabstimmung Rechtsmehrheit im Gemeinde-Parlament erfochten. Sternkopf’s hatten daran

keinen geringen Anteil.“

Besonders interessant ist sein Bericht zur Wahl und Volksabstimmung vom 12. November 1933.

Er erkennt die zunehmende Gleichschaltung der Institutionen, die Propaganda, die Ausgrenzung von Teilen

der Gesellschaft, den öffentlichen Gesinnungsdruck und, daß sich plötzliche Veränderungen des

gesellschaftlichen Miteinanders völlig falsch anfühlen.

11. November 1933

„Sonnabend Abend marschiert SA, SS, SAR, ST, Deutsche Turner, Schützen und im ganzen 3 Musik-

Kapellen, zur Wahl mit Fackeln durch’s Dorf.“

12. November 1933

„Kirchenglockengeläute mit allen Glocken. Erfragter Grund: Wahl- und Volksabstimmung

Im Wahllokal (in diesem Fall Gasthaus Arnoldshammer in Rittersgrün); eine Wahlzelle, die anders aufgebaut

ist, als bei den früheren Wahlen, und so, daß die Wähler das Gefühl haben, daß es der anwesenden Anzahl

von Braun-Hemden nicht ganz unmöglich ist, hinter die Kulissen zu sehen.

Dem Wähler fällt dabei zunächst ein Plakat an der ihm entgegen ins Gesicht stehenden Wand an der

Wahlzelle auf: „So müssen die Stimmzettel ausgefüllt werden!“ und zwar sind da die Kreuze an die Stelle

gerückt, wo hin sie die NSDAP wünscht.

Die Frage, ob das Vorschrift sei, wird bestätigt.“

15. November 1933

„Eine unter dem 11.11. einberufene Zusammenkunft von Unternehmern und Betriebsführungen zum

Zwecke der Fortsetzung eines Stammtischähnlichen … Zusammentreffens ist im Ganzen von 3 Leuten

befolgt worden.

Als bekannt gewordener Grund des Ausbleibens anderer Eingeladener: es sei gesetzwidrig, zu einem

Zusammenkommen einzuladen, und der betreffende Empfänger dieser Einladung beabsichtige, auf’s

Gemeindeamt zu gehen und den Einberufer anzuzeigen, der gehöre in’s Konzentrationslager.“

16. November 1933

„Das 9-jährige Sternkopf-Kind muss einen Aufsatz machen über die Wahl nach Stichworten. Der Vater hilft

mit und schlägt vor, den Satz mit hinein zu bringen: „Mein Vater sagt, Kinder sollen sich nicht mit Politik

abgeben.“

Der Lehrer sieht den Satz im Konzept, der übriges nicht ausgesprochener Nazi ist, und sagt: „Eigentlich hat

der Vater recht, aber den Satz schreiben wir nicht.“

17. November 1933

„An ein und demselben Tag kommen zwei Reisende, beide Herren im gereiften Alter, mit angegrauten

Köpfen. Sie werden in der schon seit Jahren geübten Art nebenbei gefragt, wie es in ihrer Branche gehe.

Während aber sonst üblich war, daß nun die Leute ihre Meinung so sagten, wie es ihre normale

Sprechweise vorschrieb, kommen sie auf den Frager zu, stellen sich dicht zum Frager und flüstern, damit

das in dem durch einen Vorhang getrennten Nebenraum beschäftigte Personal nicht hören soll, was sie

sagen. FREIHEIT !“

13. Juli 1937

„Denn es gab ja auch seit 300 Jahren in Deutschland keine Inquisition, kein Gesinnungsspitzeltum und kein

Bruderverrätertum und keine derartige Unterdrückung der Denk- und Redefreiheit, wie jetzt.“

11. Januar 1939

Sondergerichtsverhandlung, Landgericht Freiberg

Auszug Anklageschrift:

„Unter diesen Umständen bildet der Beschuldigte bei seiner zweifellos vorhandnen überdurchschnittlichen

geistigen Regsamkeit für seine Umwelt, namentlich in Rittersgrün, wo er eine erhebliche Rolle zu spielen

scheint, eine Gefahr im Sinne einer dem Nationalsozialismus gegnerischen Propaganda.“

Schaut man aus heutiger Perspektive auf dieses kleine Stimmungsbild aus den 30er Jahren, so finden sich

doch erstaunliche Parallelen zur Gegenwart mit einer erneut aufkeimenden Gesinnungsdiktatur und

Beschneidung der Meinungsfreiheit.

14.07.2026

Wirtschaftspolitische Betrachtung

Wirtschaftlich und politisch erlebt unser Land einen beispiellosen Verfall und Niedergang. Die

Gesellschaft fragmentiert, die Grundpfeiler unseres Zusammenlebens erodieren, die

Rechtsordnung wird quasi täglich „neu ausgehandelt“, die Realwirtschaft leidet. Woran liegt

das?

Es gibt eine ganz einfache Antwort, die ich seit vielen Jahren - leider vergeblich - vor mir her

trage: Wir setzten in unserem abendländischen Kulturkreis viel zu wenig eigene

Kinder, eigene Nachkommen in die Welt!

Warum haben wir - im Gegensatz zu anderen Kulturen - so wenige Kinder? Weil

durch ausufernde Sozialsysteme, durch eine gigantische Sozialindustrie den

Menschen die Notwendigkeit genommen wird, durch eigene Nachkommen eine

Generationen-übergreifende, private Alterssicherung zu betreiben!

Die vermeintliche Absicherung im Alter durch Sozialsysteme macht eine Investition

in eigene Nachkommen für viele Menschen überflüssig.

Der Sozialismus, die soziale Hängematte, die fehlende Eigenverantwortung sind die

Ursachen für zu wenig eigene Kinder!

(Nicht umsonst steht im kommunistischen Manifest die Auflösung der klassischen Familie an

vorderster Stelle.)

Wenn nun hier über elementare Werte geschrieben wird, dann ist dies auch der Moment zum

Eingeständnis eigener politischer Fehler. Zwei wesentliche politische Fehlentscheidungen des

Verfassers sollen hier genannt werden.

1.) DDR

1989/1990 gehörte ich zu jenen, die „ja“ zur DM und „ja“ zu einer deutschen

Wiedervereinigung gerufen haben.

Man war den materiellen Verlockungen und Werbeversprechen erlegen, ohne den Preis zu

bedenken, der am Ende immer zu zahlen ist. Der Preis ist ein wuchernder Zentralstaat, der uns

heute im Wortsinn; die Luft zum Atmen nimmt.

Je größer und zentralistischer die staatlichen Strukturen sind, um so größer ist auch die

Unterdrückung. Man sieht an kleinen Ländern, wie Liechtenstein u.a., daß kleine, direkte

Strukturen dem einzelnen Bürger wesentlich mehr Rechte und Freiheiten gewähren.

Als DDR hätten wir 1990 einen eigenständigen, freiheitlichen, marktwirtschaftlichen Weg gehen

können, und wir wären heute zumindest so erfolgreich, wie unsere tschechischen Nachbarn. Es

war eine vertane historische Chance auf einen kleinen, eigenständigen Staat.

2.) AfD - VERRATEN und VERKAUFT

2013 bin ich gegen den weisen Rat meines Urgroßvaters „Junge, gehe mal nie in eine Partei!“

in die neu gegründete AfD eingetreten. Bei allen Punkten des damaligen Ur-Programms konnte

ich ein gedankliches Häkchen machen.

Relativ schnell, schon nach 3 Monaten habe ich gemerkt, daß auch die AfD zutiefst

opportunistisch handelt, und die Funktionäre ihre politischen Entscheidungen nach dem

eigenen Macht- und Geldgewinn ausrichten.

Konsequent bin ich im August 2013 aus dieser Partei wieder ausgetreten.

Der eigenen Dummheit und Eitelkeit war es geschuldet, daß ich mich habe 2014 und 2017 als

Parteiloser von den Leuten vor Ort für eine Kandidatur in Kommunal- und Bundespolitik

anwerben lassen. Zwar haben Wahlkampf und Mandat auch Spaß gemacht, aber am Ende habe

ich mich lediglich wirtschaftlich von den kungelnden, opportunistischen Berufspolitikern

ausnutzen lassen.

Auch eine AfD lebt davon, daß sie den Bürgern das verspricht, was diese gern hören wollen,

nur um am Ende den Funktionären die Taschen zu füllen.

Ehre, Ideale, Visionen werden an der Spitze nur simuliert, und heute streite ich vor Gericht mit

der sächsischen AfD um die Offenlegung des Rechenschaftsberichtes des Kreisverbandes

Erzgebirge für die Jahre 2016/2017.

Das Problem einer AfD und ähnlicher Parteien sind nicht die unterschiedlichen Strömungen und

Ideologien.

Das Problem ist grenzenloser Opportunismus und die individuelle Gier nach Beute aus dem

großen Topf der öffentlichen Mittel. Für gut honorierte Mandate werden Überzeugungen

verkauft, werden die Regeln von Anstand und Moral über Bord geworfen.

Innerparteiliche Demokratie wurde von Beginn an ausgehebelt durch strukturiert handelnde

Netzwerke und eine intrigante Parteispitze auf Landesebene.

Eine freiheitlich und konservativ ausgerichtete Vision für unser Land wird lediglich bespielt von

einer Beutegemeinschaft der Gierigsten, um Wähler zu ködern und die Bürger um ihr Geld zu

erleichtern.

Ich selbst habe in meiner politischen Unerfahrenheit und im Vertrauen auf die i.d.R.

anständigen und ehrenamtlichen Parteimitglieder vor Ort einiges Geld in diese verlogene Partei

und den Bundestagswahlkampf 2017 versenkt.

„Gedankt“ haben mir das der damalige sächsische AfD-Landesschatzmeister, Carsten Hütter

mit einer unverschämten Rechnung, der Landesvorsitzende Jörg Urban mit Verlogenheit.

Nachdem ich in 2017 als externer, angeworbener AfD-Direktkandidat gemäß Vereinbarung mit

Kreis- und Landesverband den Bundestagswahlkampf bestritten, sowie mit Geld und

Leistungen unterstützt habe, erklärt der sächsische Landesverband seit 2022 wahrheitswidrig,

daß der Herr Teubner nie im Auftrag der AfD gehandelt und alles nur für sich selbst getan

habe. Entgegen den amtlichen Wahlunterlagen behauptet die AfD vor Gericht, ich sein ein

„freier Wahlkreiskandidat“, ein „freier Direktkandidat“ gewesen, was Eingang in zwei Urteile

findet. Es stellt sich die dringende Frage: „Warum tut man das? Was will die AfD verbergen?“

Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis: Politische Parteien, egal welcher Couleur, sind nach

Meinung des Verfassers opportunistische Beutegemeinschaften am öffentlichen Geld und am

Geld ihrer Unterstützer.

Keine Partei wird die elementaren Probleme unserer Gesellschaft lösen.

Wenn wir selbst etwas bewirken wollen, müssen wir zunächst das Wesentliche erkennen, und

die Frage nach dem Sinn unseres Lebens individuell beantworten!

Für viele Zeitgenossen scheint das schnelle Erreichen der Rente zum Lebensinhalt geworden zu

sein. :-(

Für den Verfasser ist die existentielle Frage nach dem Sinn des Lebens beantwortet: Es sind

die eigenen Kinder, die Nachkommen, an die wir unsere Werte weitergeben können, und in

denen letztendlich ein Stück von uns selbst weiterlebt, so, wie wir selbst hoffentlich die

Erinnerung an unsere Vorfahren bewahren.

Keine Berufspolitiker werden in ihrer Gier nach Geld und Macht am langsamen Verlöschen

unseres Volkes etwas ändern. Nur wenn wir selbst genügend Kinder zeugen und diese

wiederum unterstützen, daß Enkel und weitere Nachkommen entstehen, können wir dieses

schöne Land auch dauerhaft für uns beanspruchen. Sonst füllen Andere das Vakuum, welches

die abendländischen Zivilisationen gerade hinterlassen.

Perfekt bringt es ein kurzer Satz nach Franz Oppenheimer auf den Punkt:

„Politik ist die Bewirtschaftung der Menschen mit Zwang, Täuschung und Gewalt.“

14.07.2026

Geld ist ein Versprechen

Wie entsteht unser heutiges Geld?

Wirklich aus dem Nichts?

Unser Fiat-Geld entsteht in dem Moment, wo ein Akteur (Privatmann, Firma, Institution, Staat) sich

entschließt, zum Schuldner zu werden, und ein anderer Akteur die Bereitschaft zeigt, Gläubiger des

Schuldners zu werden.

Beim Akt der Vertragsunterzeichnung entsteht ein Schuldschein, ein festes Versprechen des Schuldners an

den Gläubiger diese Schuld zzgl. Zinsen innerhalb einer bestimmten Frist einzulösen.

Die Geschäftsbanken fungieren dabei klassisch als Mittler zwischen Schuldner und Einleger oder modern

als Mittler zwischen Schuldner und Zentralbank.

Gleichzeitig sind die Banken wichtige beglaubigende Instanz, die zunächst die Schuldentragfähigkeit des

Schuldners prüft, Sicherheiten bestellt und eine Art Garantie an ihre Einleger gibt, daß die Schuld am Ende

abgetragen wird.

Bildlich gesprochen geht die Geschäftsbank, wenn sie nicht über ausreichend Kundeneinlagen verfügt, mit

den Schuldscheinen zur Zentralbank und hinterlegt diese dort als Wertpapiere. Die Zentralbank tut am Ende

nichts anderes als in Höhe der hinterlegten Wertpapiere/Schuldscheine ihr Zentralbankgeld auszugeben.

D.h.: Unsere EURO-Scheine und -Münzen sind nichts anderes als in kleinste Teile aufgespaltene

Schuldscheine, also Fragmente der Versprechen von Schuldnern und ggf. der hinterlegten Sicherheiten

(bereits existierende, in der Vergangenheit durch Wertschöpfung erschaffene Güter). Die als Sicherheiten

hinterlegten Güter übernehmen, neben dem Versprechen auf zukünftige Leistungen, die frühere Funktion

von Gold und Silber als innerer Wert des Geldes.

Um eine ausgeglichene Bilanz zu haben, müßten die Zentralbanken im Fall, daß eine Schuld beglichen wird,

somit eine Schuld von einem Schuldner getilgt wurde, auch die Menge des Zentralbankgeldes wieder

reduzieren.

Das funktionierte in der Praxis einige Zeit wunderbar, bis die Prüfung und Legitimation eines

Schuldversprechens bei bestimmten Schuldnern quasi ausgesetzt bzw. manipuliert wurde.

Natürlich kauft keine Bank und kein vernünftiger Investor die Schuldverschreibungen eines Staates, der von

vorn herein gar nicht die Absicht und die Fähigkeit hatte, diese Schuld in der Zukunft zu begleichen.

Erst eine verantwortungslose sozialistische Politik drängt die Zentralbanken in die direkte

Staatsfinanzierung, obwohl diese nach den Regularien eigentlich verboten ist.

D.h.: Die Zentralbanken legitimieren und beglaubigen Schuldversprechen von Akteuren - welche die

Anforderungen an die Schuldentragfähigkeit überhaupt nicht erfüllen - durch den direkten Erwerb schlechter

Versprechen von Staaten.

Damit werden die Gläubiger (wir alle), die mit dem Zentralbankgeld täglich Umgang haben, hinters Licht

geführt. Der Bürger glaubt, der 10-EUR-Schein, den er in der Hand hält, wäre durch eine versprochene

Leistungserbringung in der Zukunft unterlegt.

Nun mögen die Schulden z.B. eines Bäckers durch sein Versprechen, auch in Zukunft zu arbeiten, Brötchen

zu backen, und brav jeden Monat seine Raten zu zahlen, eine sichere Angelegenheit sein.

Die Versprechen der überschuldeten Staaten, in der Zukunft durch Wachstum mehr Steuern von seinen

handelnden Subjekten einzunehmen, werden dann zur Makulatur, wenn das Staatsdefizit steigt, die

Wirtschaft stagniert oder gar schrumpft.

War also das frühere, auf Edelmetallen basierende Geld das Versprechen auf Herausgabe einer definierten

Menge an Gold oder Silber (am folgenden Beispiel 5 g Feinsilber für 1 Mark), so ist unser heutiges Geld

lediglich das Versprechen, daß eine Vielzahl von Schuldnern in der Zukunft Leistungen erbringen, um ihre

Schuld zu tilgen.

D.h.: Ein 5 Mark Geldstück von 1900 hatte den inneren Wert von 25 g Feinsilber, welcher bereits in der

Vergangenheit durch Wertschöpfung erzeugt wurde.

Ein 20 EUR Geldstück von 2021 hat umgerechnet nur noch den 0,08-fachen inneren Silberwert-Wert im

Vergleich zur Mark von 1900. Der restliche innere Wert liegt einzig in dem Vertrauen darauf, daß die

Schuldner ihre Versprechen in der Zukunft durch Wertschöpfung erfüllen werden.

Handelt es sich dabei jedoch um schlechte Schuldner, z.B. Staaten ohne bestellte Sicherheiten, so wandelt

sich das Vertrauen in ein Geld-System lediglich in die Hoffnung, daß es für den 10-EUR-Schein morgen

noch 6 Liter Benzin geben könnte.

Anders gesagt: Ab 1876 garantierte der Staat - in diesem Fall das Deutsche Kaiserreich und später die

Reichsbank per Gesetz - den rechnerischen Goldgehalt einer Mark mit 0,35842 g Feingold bzw. 5,556 g

Feinsilber. Bargeld wird damit zu einem stabilen, staatlich normierten und garantierten Instrument für

wirtschaftlichen Aufschwung und Freiheit des Einzelnen.

Heute konfrontiert uns der Staat per Gesetz damit, daß zunächst eine Begrenzung und später eine

Abschaffung von Bargeld, welches eh nur noch ein schwaches Versprechen auf die Zukunft ist.

D.h.: Die innere materielle Substanz unseres Geldes verschwindet, und es bleibt eine bloße

Verrechnungseinheit schwacher und weiter verfallender staatlicher/europäischer Versprechen auf eine

Leistung.

Staunen Sie also über die Tatsache, daß im Vergleich zum Jahr 1900 der Feingehalt Silber einer Mark bei

Münzgeld in 2021 nur noch beim 0,08 fachen des Ausgangswertes liegt! Im Jahr 2026 setzt sich dieser

Trend gnadenlos und beschleunigt fort. Der Silberling, der

in 2024 noch das Nominal 20 EUR getragen hat, soll mit der gleichen Menge Silber als 35 EUR Münze

ausgegeben werden!