Geld ist ein Versprechen

14.07.2026

Geld ist ein Versprechen

Wie entsteht unser heutiges Geld?

Wirklich aus dem Nichts?

Unser Fiat-Geld entsteht in dem Moment, wo ein Akteur (Privatmann, Firma, Institution, Staat) sich

entschließt, zum Schuldner zu werden, und ein anderer Akteur die Bereitschaft zeigt, Gläubiger des

Schuldners zu werden.

Beim Akt der Vertragsunterzeichnung entsteht ein Schuldschein, ein festes Versprechen des Schuldners an

den Gläubiger diese Schuld zzgl. Zinsen innerhalb einer bestimmten Frist einzulösen.

Die Geschäftsbanken fungieren dabei klassisch als Mittler zwischen Schuldner und Einleger oder modern

als Mittler zwischen Schuldner und Zentralbank.

Gleichzeitig sind die Banken wichtige beglaubigende Instanz, die zunächst die Schuldentragfähigkeit des

Schuldners prüft, Sicherheiten bestellt und eine Art Garantie an ihre Einleger gibt, daß die Schuld am Ende

abgetragen wird.

Bildlich gesprochen geht die Geschäftsbank, wenn sie nicht über ausreichend Kundeneinlagen verfügt, mit

den Schuldscheinen zur Zentralbank und hinterlegt diese dort als Wertpapiere. Die Zentralbank tut am Ende

nichts anderes als in Höhe der hinterlegten Wertpapiere/Schuldscheine ihr Zentralbankgeld auszugeben.

D.h.: Unsere EURO-Scheine und -Münzen sind nichts anderes als in kleinste Teile aufgespaltene

Schuldscheine, also Fragmente der Versprechen von Schuldnern und ggf. der hinterlegten Sicherheiten

(bereits existierende, in der Vergangenheit durch Wertschöpfung erschaffene Güter). Die als Sicherheiten

hinterlegten Güter übernehmen, neben dem Versprechen auf zukünftige Leistungen, die frühere Funktion

von Gold und Silber als innerer Wert des Geldes.

Um eine ausgeglichene Bilanz zu haben, müßten die Zentralbanken im Fall, daß eine Schuld beglichen wird,

somit eine Schuld von einem Schuldner getilgt wurde, auch die Menge des Zentralbankgeldes wieder

reduzieren.

Das funktionierte in der Praxis einige Zeit wunderbar, bis die Prüfung und Legitimation eines

Schuldversprechens bei bestimmten Schuldnern quasi ausgesetzt bzw. manipuliert wurde.

Natürlich kauft keine Bank und kein vernünftiger Investor die Schuldverschreibungen eines Staates, der von

vorn herein gar nicht die Absicht und die Fähigkeit hatte, diese Schuld in der Zukunft zu begleichen.

Erst eine verantwortungslose sozialistische Politik drängt die Zentralbanken in die direkte

Staatsfinanzierung, obwohl diese nach den Regularien eigentlich verboten ist.

D.h.: Die Zentralbanken legitimieren und beglaubigen Schuldversprechen von Akteuren - welche die

Anforderungen an die Schuldentragfähigkeit überhaupt nicht erfüllen - durch den direkten Erwerb schlechter

Versprechen von Staaten.

Damit werden die Gläubiger (wir alle), die mit dem Zentralbankgeld täglich Umgang haben, hinters Licht

geführt. Der Bürger glaubt, der 10-EUR-Schein, den er in der Hand hält, wäre durch eine versprochene

Leistungserbringung in der Zukunft unterlegt.

Nun mögen die Schulden z.B. eines Bäckers durch sein Versprechen, auch in Zukunft zu arbeiten, Brötchen

zu backen, und brav jeden Monat seine Raten zu zahlen, eine sichere Angelegenheit sein.

Die Versprechen der überschuldeten Staaten, in der Zukunft durch Wachstum mehr Steuern von seinen

handelnden Subjekten einzunehmen, werden dann zur Makulatur, wenn das Staatsdefizit steigt, die

Wirtschaft stagniert oder gar schrumpft.

War also das frühere, auf Edelmetallen basierende Geld das Versprechen auf Herausgabe einer definierten

Menge an Gold oder Silber (am folgenden Beispiel 5 g Feinsilber für 1 Mark), so ist unser heutiges Geld

lediglich das Versprechen, daß eine Vielzahl von Schuldnern in der Zukunft Leistungen erbringen, um ihre

Schuld zu tilgen.

D.h.: Ein 5 Mark Geldstück von 1900 hatte den inneren Wert von 25 g Feinsilber, welcher bereits in der

Vergangenheit durch Wertschöpfung erzeugt wurde.

Ein 20 EUR Geldstück von 2021 hat umgerechnet nur noch den 0,08-fachen inneren Silberwert-Wert im

Vergleich zur Mark von 1900. Der restliche innere Wert liegt einzig in dem Vertrauen darauf, daß die

Schuldner ihre Versprechen in der Zukunft durch Wertschöpfung erfüllen werden.

Handelt es sich dabei jedoch um schlechte Schuldner, z.B. Staaten ohne bestellte Sicherheiten, so wandelt

sich das Vertrauen in ein Geld-System lediglich in die Hoffnung, daß es für den 10-EUR-Schein morgen

noch 6 Liter Benzin geben könnte.

Anders gesagt: Ab 1876 garantierte der Staat - in diesem Fall das Deutsche Kaiserreich und später die

Reichsbank per Gesetz - den rechnerischen Goldgehalt einer Mark mit 0,35842 g Feingold bzw. 5,556 g

Feinsilber. Bargeld wird damit zu einem stabilen, staatlich normierten und garantierten Instrument für

wirtschaftlichen Aufschwung und Freiheit des Einzelnen.

Heute konfrontiert uns der Staat per Gesetz damit, daß zunächst eine Begrenzung und später eine

Abschaffung von Bargeld, welches eh nur noch ein schwaches Versprechen auf die Zukunft ist.

D.h.: Die innere materielle Substanz unseres Geldes verschwindet, und es bleibt eine bloße

Verrechnungseinheit schwacher und weiter verfallender staatlicher/europäischer Versprechen auf eine

Leistung.

Staunen Sie also über die Tatsache, daß im Vergleich zum Jahr 1900 der Feingehalt Silber einer Mark bei

Münzgeld in 2021 nur noch beim 0,08 fachen des Ausgangswertes liegt! Im Jahr 2026 setzt sich dieser

Trend gnadenlos und beschleunigt fort. Der Silberling, der

in 2024 noch das Nominal 20 EUR getragen hat, soll mit der gleichen Menge Silber als 35 EUR Münze

ausgegeben werden!